Schwerpunkte

Chirotherapie (Manuelle Medizin) – auch auf Überweisung durch andere Ärzte - auch für Säuglinge und Kleinkinder (z.B. bei Schiefhals, KISS)

Klassische Homöopathie

Was ist Homöopathie?

Homöopathie ist eine wissenschaftliche Heilmethode mit einzelnen Arzneien, die nach Prüfung ihrer Wirkung an Gesunden aufgrund der individuellen Krankheits­zeichen des Patienten nach dem Ähnlichkeitsprinzip angewendet werden. (Definition des DZVhÄ [Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte])

Um das individuell passende homöopathische Heilmittel zu finden, ist eine ausführliche Anamnese, Untersuchung, Symptomanalyse und Literaturvergleich nötig. Diese aus ca. 1000 Mitteln individuell ausgewählte homöopathische Arznei wird in stark verdünnter und potenzierter Form eingenommen. Die Einnahme erfolgt bei C- und D-Potenzen einmalig und wird nur bei Bedarf wiederholt. Q-Potenzen werden nach besonderer Anweisung mehrfach eingenommen.

Das passend gewählte homöopathische Arzneimittel regt die Selbstheilungskräfte an und kann in leichteren Fällen nach wenigen Gaben zur Gesundheit führen. In komplizierten Fällen ist eine länger dauernde Behandlung nötig, wobei oft weitere Maßnahmen die Therapie begleiten.

Die Homöopathie ist die intelligenteste Form der Medizin, die ich kenne: Minimaler Impuls mit maximaler Wirkung unter Achtung der Souveränität des Individuums. Die Lehre der Homöopathie erklärt nicht nur das Gesundbleiben, Krankwerden und Gesundwerden, sondern auch das individuelle Sein des einzelnen Menschen. Sie ist eine unerschöpfliche Fundgrube und ein lebenslanger Auftrag.

Was ist eine homöopathische Erstanamnese?

Zu Beginn einer homöopathischen Behandlung müssen alle Krankheitssymptome erfasst und in ihrer Bedeutung für die Mittelwahl gewertet werden. Dabei ist es wichtig, dass Sie als Patient Ihre Beschwerden in eigenen Worten schildern, nicht in den Worten eines Fragebogens und nicht in medizinischen Fachbegriffen. Der Patient berichtet, der Arzt hört zu und schreibt mit. Erst im zweiten Teil der Anamnese, wenn alles Wichtige spontan gesagt wurde, werden gezielte Fragen gestellt. Die körperliche Untersuchung ergänzt Symptome, die nicht benannt wurden.

Dann werden die erfassten Symptome gewichtet und in ihrer Gesamtheit (Krankheitsbild) mit den Heilwirkungen homöopathischer Arzneimittel (den Arzneimittelbildern) verglichen. Mit dem am besten passenden Arzneimittel wird die Behandlung begonnen.

Die weitere Behandlung

Reaktionen auf das Arzneimittel können sein:

  • Besserung und Verschwinden der Symptome in einer gesetzmäßigen Reihenfolge (bei jeder guten Heilwirkung)
  • kurzzeitige und leichte Verstärkung der Symptome (die sogenannte homöopathische Erstverschlimmerung, meist völlig harmlos und auch als harmlos empfunden)
  • Auftreten von Arzneisymptomen (ein seltener Fall, der nur vom Sachkundigen beurteilt werden kann).

Wenn das Arzneimittel nicht wirkt, ändert sich nichts oder die Krankheit entwickelt sich weiter.

Daher muss nach einer bestimmten, im Einzelfall festzulegenden Zeit eine Verlaufskontrolle durchgeführt werden, in der alle diese Punkte abgefragt und analysiert werden. Danach wird die weitere Therapie festgelegt: weiteres Abwarten, Wiederholung des Mittels, Gabe eines neuen Mittels oder Wechsel der Therapieform.

Zusätzliche Maßnahmen

In den meisten Fällen reicht – neben einem der Krankheit angepassten Verhalten – die homöopathische Therapie allein aus, um gesund zu werden. Begleitmaßnahmen und parallel angewendete Therapieverfahren sollten mit dem Arzt besprochen werden und unterlassen werden, wenn sie keinen zusätzlichen Erfolg versprechen.

Alles, was neben der homöopathischen Therapie auf Körper, Seele und Geist einwirkt, kann den Therapieverlauf beeinflussen, in manchen Fällen die Wirkung des homöopathischen Mittels abschwächen, in jedem Fall aber die Verlaufsbeurteilung erschweren. Weniger ist oft mehr.

Neue Krankheiten während der Therapie

Auch eine Verletzung oder ein Grippeinfekt während der homöopathischen Behandlung sollte mit dem homöopathischen Arzt besprochen und wenn möglich von ihm behandelt werden. Eine unbedachte Behandlung neuer Symptome mit anderen Verfahren kann die homöopathische Therapie beeinträchtigen. Jedes neue Symptom sollte mit dem homöopathischen Arzt besprochen und nicht unabhängig von ihm angegangen werden. Wenn mehrere Therapeuten beteiligt sind, sollten sie voneinander wissen und zusammenarbeiten. Die homöopathische Therapie muss in einer Hand bleiben.

Was ist Chirotherapie?

Die Manuelle Medizin oder Chirotherapie ist eine Methode, bei der mit gezielten Griffen die Beweglichkeit eines blockierten Gelenks wiederhergestellt wird. Die Grifftechnik ist streng begrenzt auf jeweils eine Gelenkeinheit, die von Knochen, Bändern, Sehnen und Muskulatur gebildet wird. Sie kann über diesen Weg auch entfernte Störeffekte wie z.B. Schwindel, Gefühlsstörungen oder Koordinationsstörungen verbessern oder beseitigen.

Der "Hexenschuss", der "akute Schiefhals", aber auch chronische Schiefhaltungen von Säuglingen und Kleinkindern (KISS = kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) können mit dieser Methode oft schnell und anhaltend beeinflusst werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Manuell Medizin (DGMM) definiert die Methode so:
Manuelle Medizin ist die medizinische Disziplin, in der unter Nutzung der theoretischen Grundlagen, Kenntnisse und Verfahren weiterer medizinischer Gebiete die Befundaufnahme am Bewegungssystem, dem Kopf, viszeralen und bindegewebigen Strukturen, sowie die Behandlung ihrer Funktionsstörungen mit der Hand unter präventiver, kurativer und rehabilitativer Zielstellung erfolgen. Diagnostik und Therapie beruhen auf biomechanischen und neurophysiologischen Prinzipien.

Verträglichkeit

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wird die Chirotherapie sehr gut vertragen; oft ist die direkte Schmerzerleichterung und die Verbesserung der Beweglichkeit zu spüren.

In wenigen Fällen dauert die Schmerzphase noch einige Stunden oder sogar Tage an, bis die verbesserte Beweglichkeit zu einer Muskelentspannung und zum Rückgang der Schmerzen führt.

In seltenen Fällen verstärken sich die Schmerzen. Dann sollte sofort eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Manchmal sind dafür verbliebene Blockierungen verantwortlich, manchmal auch neue Asymmetrien in der Wirbelsäule, die durch die veränderte Muskelspannung nach dem ersten Impuls entstehen können.

In der Literatur werden extrem seltene Fälle schwerer Nebenwirkungen wie Gewebsverletzungen und Schlaganfälle beschrieben. Bei sachgemäßer, streng segmentbezogener und schonender Durchführung können sie nicht entstehen.

Dasselbe gilt für das oft genannte „Ausleiern“ der Gelenke: Bei sachgemäßer Chirotherapie können die Bänder nicht überdehnt werden.

Wiederholte Anwendungen

Manchmal genügt eine einmalige Behandlung nicht, um die Blockierung eines Gelenks dauerhaft zu erreichen. Dann muss die Chirotherapie nach kurzer Zeit wiederholt und auf weitere betroffene Gelenke ausgedehnt werden.

Mehr als zwei oder drei Anwendungen sind nur in Ausnahmefällen nötig. In diesen Fällen besteht der Verdacht auf eine grundsätzliche, konstitutionelle Haltungsschwäche oder eine nicht zu behebende Gelenkfehlstellung (z.B. durch asymmetrisches Wachstum, Verletzungsfolgen, Arthrose). Dann müssen weitere Methoden wie Krankengymnastik, Muskelaufbautraining oder andere Formen der Manuellen Therapie eingesetzt werden.